Vorwort
Ich bin
Optimist, auch wenn das mitunter
schwer fällt! Aber ich habe gelernt,
oder lernen müssen, der Mensch ist
nicht die Krone der Schöpfung oder
Evolution und ich kann gut damit
umgehen. Andere, viele andere, fast
alle anderen aber glauben, sie haben
diese Krone auf und sie verhalten
sich dementsprechend. Schon Mark
Twain formulierte zu dieser Anmaßung
unserer Art: „Der Mensch ist das
einzige Lebewesen, das erröten kann.
Es ist aber auch das einzige, das
Grund dazu hat.“
Wir müssen uns
wohl oder übel die Frage gefallen
lassen: Was wollen wir tun, mit
unserer Welt? Wollen wir sie
erhalten und pflegen für unsere
Nachkommen oder wollen wir nur ein
bestmögliches eigenes Leben leben?
Allzu gern vergessen wir den
evolutionären Zweck unseres Daseins
– die Arterhaltung.
Da kommen wir
schon auf den Kern meiner
Darlegungen und Gedanken in diesem
Buch. Ohne Kreativität, ohne
Erfinder und Erfindungen würden wir
nicht das sein, was wir heute sind.
Wir sind als Mensch kein S-Klasse
Modell der Biologie, eher das
Gegenteil, wir sind ein
unausgereiftes Model mit vielen
Fehlern und Unzulänglichkeiten, also
eher ein in die Jahre gekommener
Kleinwagen. Nur durch unsere
Kreativität, unser Vermögen zu
denken und aus unseren Gedanken
Schlussfolgerungen zu ziehen, sind
wir zu dem geworden, was wir sind –
zu Menschen.
Wir haben auch
das Geld erfunden, als Hilfsmittel,
als Äquivalent zu Waren, die schwer
mit zu nehmen sind. Wir haben es
nicht erfunden, um uns ihm
unterzuordnen und auszuliefern. Der
Löwe, der König der Tiere, auch er
Jagd im Rudel. Wenn das Rudel
erfolgreich ist, bedient sich zuerst
der Chef, dann aber bekommt jeder in
der Meute seinen Anteil. Kein Löwe
käme je auf die Idee, seine Beute zu
horten und den anderen
vorzuenthalten, nur wir Menschen tun
dies. Nicht weil wir es brauchen,
soweit wäre das noch in Ordnung,
sondern nur damit wir unsere
Machtstellung ausbauen und
demonstrieren können. Dabei bleibt
bei uns oft derjenige auf der
Strecke, der die Beute gemacht hat.
Das sollte uns nicht nur zum Erröten
bringen, sondern vor allem zum
Nachdenken. Wie sagte schon Albert
Einstein: „Keine Maus würde je eine
Mausefalle erfinden!“ Wir Menschen
dagegen tun dies tagtäglich.
Wir haben
verboten, dass Schweine im Freien
gezüchtet werden, angeblich als
Schutz vor der Schweinegrippe.
Stattdessen züchten und halten wir
diese Tiere eingepfercht in enge
Ställe, wo sie so frustriert und
aggressiv werden, dass sie sich
gegenseitig „ans Fell gehen“. Und
was tun wir, wir schneiden ihnen die
Schwänze ab. Schizophrenie der
menschlichen Art! Aber warum tun wir
das? Nur um immer noch mehr Umsatz
zu generieren? Irgendwo ist doch
sowieso das Ende der Fahnenstange
erreicht. Ich glaube auch nicht,
dass die Bevölkerung auf die
Barrikaden gehen würde, wenn
Schweinefleisch um einiges teurer
werden würde. Die Schweine aber
würden es uns danken, wenn sie
artgerecht gehalten werden würden,
unsere Gesundheit sowieso und die
Wirtschaft? Der würden höhere Preise
und damit einhergehend weniger
Umsatz sicher auch nicht wirklich
schaden. Sicher würden
Produktionskapazitäten abgebaut
werden müssen. Aber was wäre so
schlimm daran? Die Betroffenen
müssten sich umorientieren, statt
produktiv mehr kreativ werden, wie
zu allen Zeiten der menschlichen
Geschichte. Und wir sollten sie
nicht im Regen stehen lassen,
sondern sie unterstützen!
Täglich hören
und lesen wir: Bildung und Wissen
sind unser höchstes Gut! Aber
Bildung und Wissen sind abstrakt,
bisher nicht wirklich messbar. Wir
müssen beginnen, unser Humankapital
zu bewerten und es auch als Wert
anzusetzen. Längst haben wir
erkannt, dass die Produktionsmittel
in den Unternehmensbilanzen nicht
das halten, was sie versprechen. Es
sind die Menschen, die Entwickler
und die Bediener der
Produktionsanlagen, die den
eigentlichen Wert ausmachen.
Auch müssen wir
erkennen, dass nicht jeder humane
Fortschritt auch einer der Evolution
ist. Der Wissenschaftsphilosoph
Michael Ruse sagt: „Die Evolution
geht ziemlich langsam nirgendwo
hin“. Humaner Fortschritt kann auch
evolutionärer Stillstand oder sogar
Rückschritt sein, denn wir
verbessern unser Erbgut z.B. nicht,
durch medizinischen Fortschritt.
Anders herum verbessern wir aber
auch die humane Situation nicht,
indem immer weniger Menschen sich
immer mehr der natürlichen
Ressourcen an Energie, Wasser und
Rohstoffen aneignen und damit zu
Klimaveränderungen beitragen, die
wieder neue humane Konflikte
beinhalten.
Auch ist unsere
derzeitige Wirtschaftskrise
eigentlich keine, es ist eine
Geldkrise. Sie ist hausgemacht, wie
man so schön zu sagen pflegt, denn
wir leiten einen Großteil unserer
kreativen Energien in falsche
Bahnen. Es wird spekuliert und
gewettet, es werden Anlagemodelle
kreiert, die nur das eine Ziel
haben, das Äquivalent „Geld“ zu
vermehren. Aber das funktioniert auf
Dauer genauso wenig, wie es
funktioniert, die menschliche Art
ohne sexuelle Fortpflanzung zu
erhalten. Es wird Geld in
unvorstellbaren Größenordnungen
ausgegeben, das wir nicht haben. Es
wird verschwendet, subventioniert,
gefördert was das Zeug hält. Die
Schulden werden den nachkommenden
Generationen aufgebürdet, ohne Wahl.
Nur für die
Kreativsten, für die, die eigentlich
unseren Wohlstand erst geschaffen
haben, ist kaum Geld da. Es muss
daher dringend ein Umdenken
stattfinden, was technische
Kreativität anbelangt, in ganz
Europa, aber besonders in
Deutschland, wenn wir auch in
Zukunft diesen Lebens- und
Sozialstandard erhalten wollen.
Geistiges Eigentum ist bei
Veröffentlichung per Urheberrecht
geschützt. Der Rechtsschutz von
kreativen technischen Erfindungen
dagegen ist mit hohem,
vergleichsweise ungerecht hohem,
finanziellen Aufwand einhergehend.
Ist das noch zeitgemäß?
Gefordert ist
nun unsere Gesellschaft, diese
Schieflage und Fehlentwicklung zu
korrigieren. Dazu ist es notwendig,
den entsprechenden Druck auf unsere
Politik aus zu üben. Gut, das
internationale Patentrecht können
wir nicht im Alleingang ändern, aber
unsere Politik kann Anstöße geben.
Auch können wir notfalls einen
nationalen Alleingang vornehmen, da
wo es machbar ist, wie beim
Atomausstieg. Unsere kreativen
technischen Köpfe werden es uns
danken, und ich bin mir da ganz
sicher, auch ausländische Erfinder
werden sich dann Deutschland
zuwenden.
Auch dürfen wir
es nicht länger Bankern, Beamten,
vom Staat abhängigen
Wissenschaftlern sowie Angestellten
des öffentlichen Dienstes
überlassen, über das Potential von
Erfindungen zu entscheiden.
Wissenschaft und Erfinderkultur
müssen unabhängig vom Staat agieren
können. Nur so können wir die
anstehenden Problemgebirge erklimmen
und zukunftsträchtig unser Land,
Europa und die Welt gestalten.
Damit dieser Witz niemals
Realität wird:
Treffen sich zwei Planeten:
Eins: Du siehst ja unheimlich
schlecht aus!
Zwei: Na ja, ich hab mir Homo
Sapiens zugezogen.
Eins: Keine Angst, das regelt
sich von selbst!
Ich bitte auch
um Verständnis, dass ich es in
meinen Ausführungen und Darlegungen
vermieden habe, Personen- und
Firmennamen anzugeben und
stattdessen, da wo es mir angebracht
erschien, Alias - Namen verwendet
habe. Denn ewige juristische
Streitigkeiten, die brauche ich nun
wirklich nicht. Auch wäre es sicher
nicht gerechtfertigt, Ross und
Reiter zu benennen, denn viele von
den Akteuren haben sicher nicht
unbedingt in böser Absicht so
gehandelt, wie sie es getan haben.
Ich möchte es ihnen jedenfalls nicht
unterstellen. Die Erfindungs- und
Erfinderproblematik als solche, ist
keine einzelner Personen, es ist
eine gesamtgesellschaftliche und als
solche müssen wir sie auch sehen und
ihr begegnen.
Bernd Sternal |